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Die Geschichte der Malerinnung in Dresden von 1886 bis 1920

Industrialisierung und Wohnungsbau
Ab dem Jahre 1885 liegen wieder Hinweise auf das Bestehen einer „Malerinnung Dresden“ vor. Bis zu dieser Zeit hat sich im Zuge der voranschreitenden Industrialisierung das Malerhandwerk in verschiedene Gruppen auseinanderentwickelt. Es gab künstlerisch geprägte, später akademische Maler, Schriftmaler, Zimmermaler, Anstreicher, Weißer oder Dekorationsmaler und Lackierer. Diese bildeten jeweils unterschiedliche Interessengemeinschaften.

Bis zur Entstehung der ersten Manufakturen stellte die erste Gruppe den Hauptanteil der Mitglieder in der Malerinnung. Mit der schnellen Weiterentwicklung der Industrie vergrößerten sich die Städte. Der Wohnungsbau rückte in den Vordergrund. Damit erhöhte sich auch der Bedarf an den sogenannten Zimmermalern. Der Einfluss dieser Malergruppe in der Innung nahm zu.

Die Entstehung der Fachschulen
Nach Aufzeichnungen der Fachzeitschrift „Die Mappe“ entwickelte sich um 1890 insbesondere die Berufsausbildung weiter. Ein Gesetz schrieb vor, dass alle jungen Leute nach der Konfirmation noch drei Jahre eine reine Fortbildungsschule zu besuchen haben, egal ob in einem Verein, einer privaten oder Innungsschule. Theoretischer Unterricht wurde in der Woche abends und am Sonntag früh gegeben.

Aufgrund mangelhafter Bedingungen wie schlecht beleuchtete Zeichenräume forderte man bald Schulen mit Tagesunterricht an Wochentagen. So entstanden erste Fachschulen, die aber nicht vom Staat oder der Stadt finanziert wurden. Die Innung musste diese Kosten selbst tragen, konnte aber nun selbständig ihre Lehrlinge im theoretischen Bereich ausbilden. Von dieser Zeit an organisierte die Innung die Lehrausbildung.

Im Jahre 1886 wurde eine erste Ausstellung mit Arbeiten von Lehrlingen durchgeführt. 1894 eröffnete die Stadt Dresden ein neues Ausstellungsgebäude mit einer Ausstellung sächsischer Fachschulen, in der man die besten Malerlehrlingsarbeiten Sachsens präsentierte. In Dresden erarbeitete man die Ausbildungskriterien, die dann in ganz Sachsen Anwendung finden sollten. Vor allem Zeichnen, Malen, Modellieren und Dekorieren waren die Schwerpunkte der Dresdner Fachschulen.

Zwangsinnung und Arbeitskämpfe
Am 20. August 1896 veröffentlichte der „Sächsische Innungs-Bote“ den Entwurf eines Gesetzes, in dem alle Handwerker zum Innungsbeitritt verpflichtet wurden. Die Zwangsinnung erfasste nun alle, auch bisher nicht organisierte Betriebe. In den Jahren 1890 bis 1920 gab es wiederholte Tarifgespräche, um eine einheitliche Lohngestaltung zu erreichen. Das löste erste Machtkämpfe zwischen Handwerksmeistern und Angestellten aus. Einige Streiks fanden statt und führten zumindest teilweise zum Erfolg für die Arbeiterschaft. Vor allem auf sozialem Gebiet wurde in dieser Zeit viel erreicht. Schon damals bestand das Problem der Preisunterbietung und man sprach vom „schauderhaften Submissionsunfug“.

Die Wirren des Ersten Weltkrieges brachten auch der Innung einen wirtschaftlichen Niedergang, so dass unmittelbar vor und nach dem Krieg keinerlei Aktivitäten aufgezeichnet sind.

   
   
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