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Die Geschichte der Malerinnung in Dresden von 1574 bis 1885

Die Anfänge
Die Dresdner Malerinnung blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Im Jahre 1574 schlossen sich zehn Maler und fünf Bildhauer zu einer ersten Organisation zusammen. Sie wurde als 33. Innung am 15. Dezember des Jahres vom damaligen Rat bestätigt.

Die erste Ordnung bestand aus elf Artikeln. Darin bemerkten die Innungsmitglieder, dass ihre Kunst in „Abnehmen und Ungedeihn“ gekommen sei, weil jeder beliebige „seines Gefallens Werkstatt gehalten und Meisterschaft getrieben“ habe. Die Angelegenheiten legte man in die Hände zweier Ältester, einem Maler und einem Bildhauer. Sie wurden aller zwei Jahre am Tage des heiligen Lucas, des ältesten Patrons der Maler, gewählt und hatten die Einhaltung der Zunftgesetze zu überwachen.

Lehrjahre
Der Weg vom Lehrling zum Meister war damals sehr lang. Der Lehrling musste nach Antritt der Lehre in die Wohnung des Meisters ziehen und dort fünf bis sieben Jahre verbleiben. Nach dieser Zeit bekam er einen Lehrbrief ausgestellt. Wenn einer dann Innungsmeister werden wollte, so musste er „auf’s wenigste dry Jar nach seinen Lehrjahren gewandert, sich etwas versuchet, vnd zwey Jar alhier bey den Meistern für einen Gesellen gearbeitet haben“. Wollte er gleich nach der Lehre sein Meisterstück machen, waren stattdessen 30 Taler in die Innungskasse zu zahlen.

Konkurrenten am Hofe
Der wichtigste Anlass der Innungsgründung von 1574 war die verstärkte Tätigkeit von auswärtigen Handwerkern und Künstlern in Dresden. Diese standen im Dienste des Hofes und wurden zu einer wachsenden Konkurrenz für die einheimischen Innungshandwerker. Von Kurfürst August (1553-1586) ist überliefert: „Bei der Ausführung großer Gebäude hätte er unter den hiesigen Malern wenig tüchtige vor gefunden und deshalb fremde verschreiben müssen.“ Die Innung war das Mittel, mit dem die Handwerker ihren Besitzstand wahren konnten. Die Vorschriften der Innungsordnung sollten das Ansehen und die Stellung der einheimischen Malermeister und Bildhauer wieder heben.

Die Krise
Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert haben sich fortgesetzte Unstimmigkeiten in den Reihen der Maler und Bildhauer zu einer Innungskrise ausgeweitet. Ausgelöst wurde sie durch den verstärkten Bau von repräsentativen Gebäuden in Dresden unter Christian I. (1586-1591) und Christian II. (1601-1611), die weiterhin innungsfremde Handwerker und Künstler anstellten. Die Konflikte wirkten sich so nachhaltig aus, dass man von einer Auflösung der Innung in den darauffolgenden Jahren ausgehen kann. Allein fünf Maler betrachteten sich noch als Meister im Sinne der alten Innungsordnung.

Neugründung
Im Jahre 1620 waren die Voraussetzungen für eine Innung wieder gegeben, in der sich nun 25 Maler organisierten. Mit der Bestätigung der Ordnung durch Johann Georg I. am 10. August 1620 war der Malerinnung endlich das kurfürstliche Wohlwollen gesichert. Die Bildhauer und Bildschnitzer schlossen sich später zu einer eigenen Innung zusammen. Die neue Malerinnung bedeutete jedoch nicht nur Schutz vor der Konkurrenz anderer Maler. Im Hinblick auf die benachbarten Gewerke entschied der Rat, „das die Tischler bei ihres Handwerks gefirnsten Arbeit, die Mauerer aber bei den geringen Stein- und Wasserfarben auch Firnißen und Anstreichen der (...) Heuser (...) verbleiben, Contrafecte, Ilistorien und andere von geriebenen guten Ohl- und Wasserfarben gefertigten Gemelde aber der Mahler eigentliche Arbeit sein solle.“

 

Rege Bautätigkeit
Obwohl aus den folgenden Jahren kaum Unterlagen erhalten sind, ist anzunehmen, dass auch im 18. und 19. Jahrhundert ein reges Innungsleben herrschte. Denn gerade in dieser Zeit sind in Dresden große und wertvolle Bauwerke entstanden:

  • Zwinger (1711/22)
  • Frauenkirche (1726/43)
  • Hofkirche (1739/55)
  • Kreuzkirche (1764/85)
  • Gemäldegalerie (1847/54)
  • 1. Semperoper aus Holz (1838/41 – 1869 abgebrannt)
  • 2. Semperoper, Neuaufbau (1871/78)

 

   
   
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